Das Fastnachtmuseum im Torwärterhaus...

   
Mit dem Fastnachtsmuseum Fasenickl, das im vollständig renovierten Torwärterhaus untergebracht ist, dessen älteste Bausubstanz aus dem Mittelalter stammt, ist es dem Kulturverein "Die Fasenickl" gelungen, ein museales Kleinod zu schaffen.

Der Kulturverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, einmal die noch existierenden historischen Gewänder zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, zum anderen den Brauch des Fasenickllaufens auch außerhalb der Fastnachtszeit darzustellen.  

Was ist der Fasenickl?

Der Fasenickl ist durch seine äußerst aufwändige Kostümierung und durch seine ausgeprägten Brauchrituale eine der schillerndsten Fastnachtsfiguren des deutschen Sprachraums.   Der Markt Kipfenberg im Altmühltal, im Fernsehen als die „Seele Bayerns“ ausgezeichnet, besitzt die ältesten historischen Quellen zu diesem Faschingsbrauchtum und bildet seit jeher das Zentrum seiner Verbreitung, wiewohl verwandte Fastnachtsgestalten in den Nachbargemeinden Kinding und Enkering sowie vereinzelt im fränkisch-bayerischen Grenzgebiet existieren.   Das weithin hörbare "Schnalzen" mit einer Kurzstielpeitsche, das "Faseln" hinter einer Holzmaske mit verstellter Stimme vorwiegend jungen Mädchen gegenüber, unzählige Glöckchen am Kostüm sowie der mysteriöse Reizruf „Gösucht“ beim Verteilen von Brezen und Bonbons an die Kinder bilden die akustische Kulisse einer originellen Szenerie charakteristischer Rituale mit Alleinstellungsmerkmal.

Wo liegen die Ursprünge des Brauchs?

Gesicherte Erkenntnisse lassen den Brauch bis in die Barockzeit zurückverfolgen. Die ältesten Ausstellungsstücke stammen aus dieser Epoche. Es gibt jedoch mehrere Indizien, die auf ein wesentlich höheres Alter des Fasenickl-Brauchtums verweisen.  Die leicht dämonisierenden, gleichwohl ästhetisch überaus schönen Holzmasken werden individuell aus einem Lindenholzblock glattlarvig herausgeschnitzt und gefasst.

Wie wird das Kostüm hergestellt?

Die Herstellung des mehrteiligen Kostümes übertrifft hinsichtlich des Aufwandes jegliche Spielarten der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Auf einen Leinen-Anzug werden ca. 6000 rote Filzrauten aufgenäht und mit einer handgeknüpften Wollborte von ca. 40 m Länge eingerahmt. Auf der Kopfhaube, in der die Maske eingearbeitet ist, sitzt der kunstvolle Hahnenfederbusch mit Schellenbaum und Buntbändern und verleiht dem Fasenickl eine majestätische Größe. Mit ihren barocken Masken und Kostümen repräsentieren die voll vermummten Fasenickl, an deren Farbenpracht man sich kaum satt sehen kann, einen beispiellosen Archetypus menschlicher Vitalität.

Öffnungszeiten:

Mitte Mai bis Anfang Oktober: Freitag 18:00 - 21:00 Uhr und Sonntag 14:00 - 17:00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter (0 84 21) 90 57 16